April 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

Jetzt ist es amtlich: Der Feldversuch mit den Euro-Kombis in Deutschland hat am 01. Januar 2012 begonnen. Mit 25,25 m entsteht eine völlig neue LKW-Klasse. Schon im Vorfeld stehen sich Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber. Aus drei LKW macht zwei. Die Umwelt wird mit weniger CO2 belastet, die Arbeitsteilung der Verkehrsträger könnte optimiert und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und der Wirtschaft mit höherer Effizienz gewährleistet werden. Das sind in Kurzform die Argumente der Befürworter des Euro-Kombis oder Giga-Liners, wie die XXL-Trucks auch oft genannt werden. Frau Frauke Fischer von der Universität Münster stellt weitere Vorteile dieser Riesen-LKW in ihrem Artikel auf Seite 6 vor. Europa braucht keine Giga-Liner, Europa braucht mehr Güter auf der Schiene, so argumentieren die Gegner insbesondere auf der von der „Allianz pro Schiene“ getragenen Internetplattform „No Megatrucks“. Schließlich hätten Russland, China, Australien und die USA auch einen höheren Anteil an Schienentransporten. Auch die Verkehrssicherheit wird kontrovers gesehen. Hier werden Argumente von Verkehrsclubs ins Feld geführt, wie die besondere Gefährdung von Radfahrern und Fußgängern, das gefährlichen Überholen von derartigen überlangen Trucks und die größere Belastung von Straßen, Brücken und Bahnübergängen. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Institutes prognostiziert, dass die Einführung dieser großen LKW eine Verlagerung des Gütertransportes von der Schiene auf die Straße führen wird. Lesen Sie dazu den Beitrag auf Seite 13.

Mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen ist ein seit Jahren immer wieder bekräftigtes Ziel von Bundesregierung und Europäischer Union. Durch die Bahnreform 1994 konnte diese Absicht sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr in den vergangenen Jahren erreicht werden. Die Zukunft stellt den Sektor Bahn jedoch vor neue Herausforderungen, auf die es zu reagieren gilt. Vor diesem Hintergrund hat eine Expertengruppe – bestehend aus dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), dem Beratungsunternehmen SCI Verkehr, dem Deutschen Zentrum für Luftund Raumfahrt (DLR), der Fachhochschule Brandenburg und dem Fachgebiet Logistikdienstleistungen und Transport der Technischen Universität Berlin – den Markt analysiert, die wesentlichen Trends und Treiber bis zum Jahr 2020 und jene Bereiche identifiziert, in denen Innovationen notwendig sind, um eine dauerhafte unternehmerische Entwicklung des Sektors Bahn und nachhaltige Mobilität zu ermöglichen. Die Ergebnisse sind auf Seite 14 nachzulesen.

Frauen sind in verschiedener Hinsicht den Männern als mindestens ebenbürtig anzusehen – sie stellen 51% der Bevölkerung, 46% der Erwerbstätigen und 51% der Hochschulabsolventen in Deutschland (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2010). Diese Zahlen können zu der Vermutung führen, dass es kaum noch Unterschiede in den Voraussetzungen für beruflichen Erfolg zwischen Frauen und Männern gibt. Ein Blick in die Datenanalyse des Statistischen Bundesamts (2006) zeigt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf: von den Selbständigen, d. h. Personen, die einen Betrieb leiten sowie alle freiberuflich Tätigen, sind 29% weiblich.

Von den erwerbstätigen Frauen sind 65% als Angestellte tätig – bei Männern trifft dies nur auf 39% der Erwerbstätigen zu. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten (54%) im öffentlichen Dienst sind Frauen, wobei ihr Anteil in den verschiedenen Aufgabenbereichen stark variiert - so sind 97% der Beschäftigten in Kindertagesstätten aber nur 24% der Polizeivollzugsbeamten (PVB) bundesweit weiblich. Frau Mersch-Schneider und Frau Breuker führten Befragungen bei Polizeivollzugsbeamtinnen in zwei Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen durch, um zu erheben, welche Einflussfaktoren bei der Entscheidung für oder gegen eine Bewerbung auf eine Führungsposition eine Rolle spielen. Die Ergebnisse können Sie auf Seite 24 nachlesen.

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